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KIA EV9 X: So könnte das große Elektro-SUV endlich richtig ins Gelände gehen

Der KIA EV9 ist groß, kantig und sieht eigentlich schon ab Werk so aus, als würde er lieber über einen Schotterweg fahren als vor dem Bio-Supermarkt auf einen freien Ladeplatz warten. Tatsächlich bleibt der große Elektro-SUV bislang aber ziemlich brav. Neben dem regulären EV9 gibt es den deutlich stärkeren EV9 GT – eine Version mit echtem Offroad-Schwerpunkt fehlt dagegen.

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KIA EV9 GT 2026

Also haben wir uns gefragt: Warum eigentlich? Und einen KIA EV9 X entworfen.

Das X steht dabei für Cross. Ähnlich wie bei unserem KIA PV5 X geht es nicht darum, aus dem Serienmodell mit Gewalt einen Extrem-Offroader zu machen. Vielmehr soll der EV9 X so aussehen, als hätte KIA selbst eine robustere Variante entwickelt: etwas höher, grobstolliger bereift, mit mehr Schutz für Karosserie und Unterboden und selbstverständlich mit Allradantrieb.

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Der EV9 bringt die richtige Basis schon mit

Beim Design mussten wir deshalb gar nicht besonders weit gehen. Der EV9 besitzt bereits genau die Zutaten, die einem solchen Modell gut stehen: eine fast senkrechte Front, kantige Radhäuser, eine hohe Gürtellinie und eine ziemlich massive Karosserie.

Genau diese Grundform haben wir bewusst beibehalten. Auch Scheinwerfer, Rückleuchten, Fensterlinie und die charakteristische Heckgestaltung bleiben eng am Serienfahrzeug. Schließlich soll unser EV9 X auf den ersten Blick weiterhin eindeutig ein EV9 sein.

Die Änderungen stecken deshalb vor allem dort, wo sie für einen geländetauglicheren Ableger Sinn ergeben.

Weitere Entwürfe:
– KIA PV5X: Kerniger Elektro-Van
– Opel Omega Country 4×4: Gelände-Kombi aus Rüsselsheim
– Audi R8 allroad: So hätte der V10-Sportwagen ins Gelände gehen können

Höher, gröber bereift und besser geschützt

Das Fahrwerk unseres EV9 X sitzt einige Zentimeter höher. Keine Monster-Höherlegung, sondern gerade genug zusätzliche Bodenfreiheit, damit schlechte Feldwege, tiefe Spurrillen oder ein steiniger Zufahrtsweg nicht gleich zum Problem werden.

Dazu kommen kleinere schwarze Felgen mit deutlich höherem Reifenquerschnitt und All-Terrain-Bereifung. Das verändert den Charakter des Autos erstaunlich stark. Während ein normaler EV9 mit großen Straßenrädern fast futuristisch-elegant wirkt, bekommt der EV9 X damit plötzlich etwas Werkzeughaftes.

Die schwarzen Radlaufverkleidungen werden etwas kräftiger, folgen aber weiterhin der ungewöhnlich kantigen Form der serienmäßigen Radhäuser. An Front und Heck kommen robuste Unterfahrschutz-Elemente hinzu. Seitlich schützen kräftigere Schwellerverkleidungen den unteren Bereich der Karosserie.

Eine Dachreling gehört ebenfalls dazu. Einen riesigen Expeditions-Dachträger haben wir uns dagegen bewusst gespart. Der EV9 X soll wie ein etwas aufwändigeres Serienmodell aussehen und nicht wie ein Auto, das gerade von einer dreimonatigen Sahara-Durchquerung zurückgekommen ist.

Allradantrieb ist beim EV9 X Pflicht

Bei der Technik wäre die wichtigste Entscheidung schnell getroffen: Ein EV9 X müsste selbstverständlich Allradantrieb haben.

Das passt ohnehin gut zum elektrischen Antriebskonzept. Mit jeweils einer E-Maschine an Vorder- und Hinterachse lässt sich das Drehmoment sehr präzise verteilen. Gerade auf losem Untergrund ist das interessanter als einfach nur möglichst viel Leistung.

Ein EV9 X müsste deshalb auch gar nicht versuchen, den EV9 GT bei der Leistung zu übertrumpfen. Hier wären kontrollierbare Kraft, Traktion und Reichweite wichtiger als maximale Beschleunigung.

Denkbar wäre außerdem ein erweitertes Fahrprogramm mit Modi für Schnee, Sand, Schlamm und gröberen Untergrund. Dazu könnte KIA die Rekuperation so abstimmen, dass sich der schwere SUV auf steilen Gefällestrecken feinfühlig kontrollieren lässt.

Und schwer bleibt er natürlich. Auch ein X auf groben Reifen macht aus einem großen elektrischen Siebensitzer keinen Suzuki Jimny. Das sollte auch gar nicht das Ziel sein.

Mehr Allroad als Hardcore-Offroader

Genau darin sehen wir den Reiz des Konzepts. Der EV9 X müsste keine Differenzialsperren, Portalachsen und 35-Zoll-Reifen bekommen.

Sein Einsatzgebiet wären eher verschneite Straßen zur Berghütte, matschige Campingplätze, Waldwege, schlechte Schotterpisten oder der Weg mit Fahrrädern und Ausrüstung zum abgelegenen Ferienhaus.

Also genau die Situationen, in denen man die enorme Bodenfreiheit und extreme Geländetechnik eines klassischen Offroaders selten braucht, zusätzliche Traktion, robuste Reifen und ein paar Zentimeter mehr Luft unter dem Auto aber sehr wohl gebrauchen kann.

Damit wäre der X gewissermaßen der Outdoor-EV9.

Innen darf es ebenfalls etwas kerniger werden

Auch im Innenraum wollten wir den Charakter verändern, ohne das Cockpit komplett neu zu erfinden. Das breite Display, die horizontale Architektur und die grundsätzliche Bedienung bleiben deshalb erhalten.

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Dafür bekommt unser EV9 X deutlich mehr braunes Kunstleder. Sitze, Armauflagen und Teile der Türverkleidungen tragen einen warmen Braunton, kombiniert mit schwarzen und dunkelgrauen Flächen.

Das wirkt weniger kühl als der sehr moderne Serieninnenraum und passt deutlich besser zum Outdoor-Charakter.

Auch bei den hinteren Sitzreihen würden wir dieses Thema fortsetzen. Schließlich soll der EV9 X weiterhin das bleiben, was den EV9 besonders macht: ein richtig großer Elektro-SUV mit viel Platz für Passagiere.

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Robustere Fußmatten und unempfindlichere Materialien in den unteren Bereichen wären ebenfalls sinnvoll. Wer mit Wanderschuhen, Kindern, Hund oder Campingausrüstung unterwegs ist, möchte schließlich nicht nach jedem Ausflug mit dem Innenraumreiniger durchs Auto kriechen.

Und der riesige Kofferraum bleibt

An der Variabilität würden wir nichts ändern. Werden die hinteren Sitze umgelegt, entsteht weiterhin eine große, weitgehend ebene Ladefläche.

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Gerade beim EV9 X könnte das besonders interessant werden. Fahrräder, Campingausrüstung, Boards oder einfach eine Menge Gepäck passen hinein. Mit einer passenden Matratze ließe sich der große KIA sogar ziemlich überzeugend zum Schlafplatz für zwei Personen umbauen.

Und hier hätte ein Elektroauto noch einen zusätzlichen Vorteil: Klimatisierung und elektrische Verbraucher könnten im Stand über den großen Hochvoltakku versorgt werden. Für Camping und Outdoor-Einsätze passt das ziemlich gut zum Konzept.

Eigentlich fehlt genau dieser EV9

KIA hat mit dem EV9 bereits einen SUV gebaut, dessen Design viel stärker nach Abenteuer aussieht, als es die bisherigen Modellvarianten tatsächlich einlösen.

Der EV9 GT beantwortet die Frage, wie schnell ein EV9 sein kann. Unser EV9 X würde eine andere Frage beantworten: Wie weit kommt man damit, wenn der Asphalt aufhört?

Dafür braucht es unserer Meinung nach gar keine radikale Neukonstruktion. Allradantrieb, etwas mehr Bodenfreiheit, vernünftige All-Terrain-Reifen, zusätzlicher Unterbodenschutz und ein robusterer Innenraum würden schon reichen.

Und genau deshalb wirkt unser EV9 X für uns weniger wie ein wildes Fantasieprodukt und eher wie eine Modellvariante, die KIA ziemlich problemlos neben EV9 und EV9 GT stellen könnte.

Wir würden ihn jedenfalls genau so nehmen.