Ein bisschen höher, ein bisschen kerniger und am besten mit Allradantrieb: Der Kia PV5 hätte das Zeug zu einem richtig spannenden Cross-Van. Wir haben uns Gedanken gemacht, wie ein solcher PV5X aussehen könnte.

Kia hat mit dem PV5 einen ziemlich interessanten Elektro-Van auf die Räder gestellt. Kantig, futuristisch, praktisch und vor allem vielseitig. Doch bei all den Varianten, die Kia für seine neue PBV-Fahrzeugfamilie vorsieht, fehlt uns noch eine ganz bestimmte: ein PV5 für Menschen, die gelegentlich auch dort unterwegs sind, wo der Asphalt aufhört.
Wie wäre es also mit einem Kia PV5X, wobei das X ganz einfach für Cross steht? Ein elektrischer Van mit etwas mehr Bodenfreiheit, robusten Kunststoffbeplankungen, einem angedeuteten Unterfahrschutz und idealerweise elektrischem Allradantrieb. Kein Hardcore-Geländewagen, sondern ein alltagstauglicher Abenteurer nach dem Vorbild eines VW Passat Alltrack oder Audi A6 allroad – nur eben mit deutlich mehr Platz.
Wir fanden die Idee so reizvoll, dass wir kurzerhand selbst ein paar Bilder gebastelt haben.
Der Kia PV5 bringt die richtige Basis schon mit
Der große Reiz des PV5 liegt in seiner Vielseitigkeit. Kia denkt bei diesem Fahrzeug nicht nur an klassische Familien, sondern auch an Handwerker, Lieferdienste, Fahrdienste und Menschen mit besonderen Mobilitätsanforderungen.
Entsprechend breit ist das Konzept angelegt. Neben dem PV5 Passenger für den Personentransport gibt es den PV5 Cargo als Nutzfahrzeug und eine rollstuhlgerechte WAV-Version (Wheelchair Accessible Vehicle). Weitere Spezialaufbauten und Nutzungskonzepte sollen die Familie ergänzen.
Warum also nicht auch eine Variante für Freizeit, Reisen und schlechte Wege?
Ein PV5X würde hervorragend in diese Strategie passen. Er könnte Menschen ansprechen, denen ein gewöhnlicher Van zu langweilig ist, die aber weder einen großen SUV noch einen ausgewachsenen Geländewagen brauchen.
Ein bisschen Allroad statt Hardcore-Offroad
Unser Entwurf verändert die Grundform des PV5 bewusst nur wenig. Die charakteristische Front, die ungewöhnlichen Fensterflächen und die kantige Silhouette bleiben erhalten.
Stattdessen haben wir dem Fahrzeug einige Zutaten spendiert, die man von klassischen Allroad-Modellen kennt: etwas mehr Bodenfreiheit, schwarze Radlaufverbreiterungen, robuste Seitenschweller, größere Räder mit griffigeren Reifen und einen silberfarbenen Unterfahrschutz-Look an Front und Heck.
Dazu kommen Dachreling und eine gedeckte grüne Lackierung, die hervorragend zum Outdoor-Charakter passt.

Das Ergebnis soll ausdrücklich kein Fahrzeug sein, mit dem man durch meterhohen Schlamm pflügt. Vielmehr stellen wir uns einen Van vor, der auch auf ausgefahrenen Waldwegen, verschneiten Zufahrten oder steinigen Schotterpisten eine gute Figur macht.
Genau das Richtige also für die Fahrt zum abgelegenen Ferienhaus in Schweden, den Campingplatz in den Alpen oder den nächsten Wochenendausflug mit Fahrrädern und reichlich Gepäck.
Elektrischer Allradantrieb? Kia weiß längst, wie das geht
Besonders interessant wäre natürlich ein PV5X mit Allradantrieb.
Bei einem Elektroauto lässt sich ein solcher Antrieb grundsätzlich vergleichsweise elegant realisieren. Ein Elektromotor treibt die Vorderachse an, ein zweiter die Hinterachse. Eine mechanische Kardanwelle zwischen beiden Achsen ist dafür nicht erforderlich.
Dass Kia diese Technik beherrscht, zeigen bereits verschiedene Allradversionen seiner Elektromodelle, beispielsweise der EV6 und der EV9.
Natürlich wäre es nicht damit getan, einfach einen zusätzlichen Elektromotor unter den PV5 zu schrauben. Bauraum, Achskonstruktion, Leistungselektronik, Kühlung und Software müssten entsprechend ausgelegt werden. Auch zusätzliche Kosten und Gewicht wären zu berücksichtigen.
Aber die technische Grundlage ist im Konzern vorhanden. Ein elektrischer Allrad-PV5 wäre also keineswegs eine abwegige Idee.
Und er müsste nicht einmal besonders leistungsstark sein. Viel wichtiger als beeindruckende Beschleunigungswerte wären eine feinfühlige Kraftverteilung, gute Traktion auf Schnee und Schotter sowie eine vernünftige Bodenfreiheit.
Ein spezieller Fahrmodus für rutschigen Untergrund könnte das Paket abrunden.
Viel Platz und ein Innenraum, der auch mal schmutzig werden darf
Auch im Innenraum haben wir uns eine passende Ausstattung überlegt. Schließlich sollte ein PV5X nicht nur von außen nach Abenteuer aussehen.
Unsere Idee: robuste Materialien, pflegeleichte Oberflächen und eine Kombination aus warmem Braun, dunklem Anthrazit und gedeckten Naturtönen.
Die Sitze unseres Entwurfs tragen braune, teilweise perforierte Bezüge mit dunklen Seitenwangen. Dazu kommen widerstandsfähige Bodenmatten, praktische Ablagen und einige dezente Alltrack-Details am Armaturenbrett.
Das Ganze darf ruhig ein wenig rustikaler wirken als im normalen PV5, ohne den modernen Charakter des Fahrzeugs zu verlieren.
Denn genau darin läge der Reiz: morgens die Kinder zur Schule bringen, nachmittags im Baumarkt einkaufen und am Wochenende mit Wanderschuhen, Hund und Fahrrädern Richtung Berge verschwinden.
VW ID. Buzz und Hyundai Staria: Wo bleibt die Cross-Variante?
Ganz ohne Konkurrenz wäre ein PV5X natürlich nicht. Volkswagen hat mit dem ID. Buzz GTX bereits einen elektrischen Van mit zwei Motoren und 4MOTION-Allradantrieb im Programm. Allerdings ist der GTX vor allem als leistungsstarke, sportlich positionierte Variante gedacht und nicht als höhergelegter Allroad-Bulli.
Genau hier könnte Kia ansetzen.
Statt auf möglichst viel Leistung oder sportliche Fahrleistungen zu setzen, könnte ein PV5X mit Bodenfreiheit, Traktion und praktischer Ausstattung punkten. Ein elektrischer Familien- und Freizeitvan für Menschen, die regelmäßig abseits perfekt asphaltierter Straßen unterwegs sind.
Das wäre zwar keine völlig neue Fahrzeugklasse, aber eine interessante Nische, in der das Angebot noch überschaubar ist.
Was müsste ein Kia PV5X kosten?
Der reguläre PV5 Passenger startet in Deutschland bei 38.390 Euro. Die bisherige Modellpalette bietet je nach Ausführung Batterien mit 51,5 oder 71,2 kWh und Frontantrieb. Mit der größeren Batterie sind beim fünfsitzigen Passenger bis zu 412 Kilometer WLTP-Reichweite möglich.
Ein PV5X mit zusätzlichem Elektromotor, höhergelegtem Fahrwerk und entsprechender Ausstattung dürfte naturgemäß teurer werden.
Ein Einstiegspreis irgendwo zwischen 45.000 und 50.000 Euro wäre aus unserer Sicht eine interessante Zielgröße. Das ist allerdings ausdrücklich unsere Wunschvorstellung und keine Prognose auf Grundlage einer Kia-Ankündigung.
Denkbar wäre sogar eine günstigere Cross-Variante mit reinem Frontantrieb. Wer vor allem die robuste Optik und etwas zusätzliche Bodenfreiheit möchte, könnte damit Geld sparen. Der echte PV5X AWD wäre dann die Version für alle, die regelmäßig auf Schnee, Matsch oder losem Untergrund unterwegs sind.
Kia, wie wäre es?
Natürlich ist unser Kia PV5X bislang reine Fantasie. Es gibt keine bestätigte Ankündigung, dass Kia eine solche Variante plant. Unsere Bilder zeigen deshalb auch keine Erlkönige oder offiziellen Designstudien, sondern unsere eigene Vorstellung eines elektrischen Cross-Vans.
Aber die Idee hätte durchaus ihren Reiz.
Kia will mit dem PV5 möglichst viele unterschiedliche Mobilitätsbedürfnisse abdecken. Ein Modell, das Familienalltag, Freizeit und ein bisschen Abenteuer miteinander verbindet, würde diese Philosophie wunderbar ergänzen.
Und seien wir mal ehrlich: Ein etwas höhergelegter, grün lackierter PV5 mit schwarzen Kunststoffverbreiterungen, kernigen Rädern und elektrischem Allradantrieb würde zwischen all den gewöhnlichen SUVs und Vans ziemlich gut aussehen.
Wir würden jedenfalls gerne einen fahren.







